Bonifatiuswallfahrt Etappe 12

Sämtliche Etappen der diesjährigen Bonifatiiuswallfahrt in chronologischer Reihenfolge finden Sie hier: Bonifatius-Wallfahrt 2021

12. An der Bonifatiusgruft
Wir haben unseren Weg in Etappen genommen, wie wir im Leben und im Alltag immer wieder Etappen haben, die uns zeigen, welchen Fragen wir uns stellen müssen.

  1. Jede und Jeder fängt einmal klein an, hat Kindheit und Jugend, muss sich fragen, wo er herkommt.
  2. Jede und Jeder geht den Weg nicht alleine, hat andere Menschen, die ihn begleiten und muss sich fragen, sind es die richtigen Begleitungen?
  3. Jede und Jeder muss sich im Leben in das Leben mit anderen integrieren und daher die Frage stellen, ob es immer gute Verbindungen sind.
  4. Jede und Jeder hat schmerzhafte Verluste im Leben und muss sich die Frage stellen, wie halte ich das Leid aus?
  5. Jede und Jeder begegnet seinem Geschlecht und dem anderen Geschlecht und muss sich fragen, was das andere Geschlecht ihm sagen will?
  6. Jede und Jeder braucht Pausen im Leben, um Kraft zu schöpfen und muss sich die Frage stellen, ob die Ressourcen ausreichen, den Weg durchs Leben zu gehen.
  7. Jede und Jeder geht Umwege und muss sich die Frage stellen, ob es wirklich Umwege sind oder nicht neue Wege.
  8. Jede und Jeder sieht Erfolge im Leben und muss sich die Frage stellen, was ist wirklich wichtig in meinem Leben?
  9. Jede und Jeder muss für sein Leben arbeiten und daher die Frage stellen, ob das Verhältnis von Arbeit und Muße in einem ausgewogenen Verhältnis steht.
  10. Jede und Jeder hinterfragt durch sein Leben das der anderen und muss sich die Frage stellen, ob es anderen hilft.
  11. Jede und Jeder muss Verluste im Leben hinnehmen und muss sich die Frage stellen, welche Hoffnung haben wir für unsere Toten.


Bonifatiuswallfahrt Etappe 11

11. Was für Spuren haben Menschen hinterlassen
Schaut man auf den Dom, auf das überbaute Grab des Bonifatius, dann sieht man einen großen Platz, der leer ist. Er war kurze Zeit nach Bonifatius mit einem Atrium, einem Paradiesgarten, einem Vorbau bebaut. Hier traten Menschen ein, um sich vorzubereiten auf das, was dann kommt: der Begegnungsraum des Menschen mit Gott oder das, was es auch sagt: die Kirche.

Diesen Vorraum hat man in der Barockzeit abgerissen, um im Zeitgeist angemessener, neu und kostspielig zu bauen. Aber dieser Vorraum ging verloren, hat Platz geschaffen, aber hat zugleich den Vorraum zu dieser Begegnung von Mensch und Gott „abgeschafft“.

Sich auf den Weg in die Begegnung mit Gott zu machen heißt: Zeit und Raum haben, sich darauf vorzubereiten

Sich auf das letzte Stück des Lebensweges zu machen heißt, sich einigen Fragen zu stellen:

  • Wer einen geliebten Menschen seinen letzten Weg gehen lässt, was erhofft er für diesen Menschen?
  • Wenn der eigene Lebensweg in die Jahre gekommen ist, eine Krankheit oder das Alter die Richtung des irdischen Lebens zu Ende gehen lässt, wo wird der Weg hinführen?
  • Welche Begegnungsräume Mensch und Gott haben wir erlebt und schöpfen daraus Hoffnung für unser Leben, egal, wie lange es noch dauert?

Warten wir auf dem Weg, wie bereits Bonifatius auf seinem Weg gewartet hat, bis die Tür in der Begegnung mit Gott sich öffnet hat.

11.1 Warten und hören

 

Bonifatiuswallfahrt Etappe 10

10. Trauer im Leben

Bonifatius hat durch die Gründung des Klosters auch die Stadt Fulda gegründet. An dieser Stelle war einmal ein mittelalterliches Stadttor, das man beiseite geräumt hat, damit es zur Einfallstraße werden kann. Hier beginnt Leben, hier leben Menschen tagaus, tagein. Wenn die Prozession durch diese Straße zieht, dann haben die Glocken der Heiliggeistkirche geläutet und die schlafenden Menschen geweckt und gesagt: Jetzt kommen die Pilgernden zum Grab des Heiligen Bonifatius.

Sich auf den Weg einer Pilgerschaft zu machen heißt: ein Stück des Lebens anderen, wie ein Spiegel vorzuhalten.

Sich auf den Pilgerweg zu machen heißt, sich einigen Fragen zu stellen:

  • Wo habe ich durch meine Art zu leben andere hinterfragt, wie sie leben? Gerade Trauernde sind solche Provokationen!
  • Wo haben mich Trauernde gestört oder wo habe ich versucht als Trauernder den anderen Menschen etwas vorzumachen?
  • Was hat mich am Leben anderer auf eine neue Spur für mein Leben gebracht?

Machen wir uns weiter auf den Weg, wie bereits Bonifatius sich auf den Weg gemacht hat.